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Berlin und Flughäfen – eine unendliche Geschichte

Kürzlich war es wieder einmal so weit: Auf einer Pressekonferenz am Flughafen Tegel wurde eine Frage zum Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens BER gestellt. Die Antwort von Verkehrsstaatsminister Rainer Bomba: „Ich bleibe bei 2018. Ich kenne da draußen jede Schraube.“ Wer die Geschichte des BER verfolgt hat, wird sich an ähnliche Aussagen zu längst vergangenen Eröffnungsterminen erinnern und möglicherweise resigniert mit dem Kopf schütteln. Doch ein Blick in die Vergangenheit hilft: Die Geschichte Berlins und der Luftfahrt war nämlich bis dahin alles andere als eine Lachnummer.

Luftbild vom BER

By Olaf Tausch (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Erste Flugversuche
Schon die Anfänge hatten es sich: Mit Otto Lilienthal (1848-1896) kann Berlin mit Fug und Recht den wohl wichtigsten Luftfahrtpionier für sich beanspruchen. Seine ersten Studien betrieb er zwar noch im mecklenburgischen Anklam, vollbrachte aber alle seine bedeutenden Leistungen in Berlin. Nach ersten Versuchen in einer Sandgrube in Steglitz, legte er eine künstliche Fliegestation an und ließ schließlich in Lichterfelde einen 15 Meter hohen „Fliegeberg“ aufschütten. Man vermutet, dass er über 2000 Versuchsflüge mit mehr als 20 selbstgebauten Flugapparaten unternahm. Wie es sich für einen wahren Pionier gehört, gab er auch sein Leben für seine Leidenschaft hin: Am 9. August 1896 stürzte er infolge einer thermischen Bö mit seiner Flugmaschine ab und starb an den Folgen des Unfalls.

Tempelhof – Frühe Luftfahrt, Nationalsozialismus und Luftbrücke
Auch die motorisierte Luftfahrt fand schon früh in Berlin eine Heimat: Auf dem ehemaligen Exerzierplatz „Tempelhofer Feld“ fanden bereits 1909 Schauflüge des Franzosen Armand Zipfel statt und im gleichen Jahr stellte Orville Wright dort einen neuen Höhenweltrekord von 172 Metern auf. In der Zeit von Juni bis Oktober 1923 (man höre und staune: 4 Monate!) entstand hier einer der ersten Flughäfen Deutschlands. Gerechterweise muss man hinzufügen, dass die Flughafengebäude erst nach dem Eröffnungstermin gebaut wurden. Allerdings wurden sie schon wenige Jahre später wieder abgerissen und mussten den größenwahnsinnigen Plänen der nationalsozialistischen Hauptstadtarchitekten weichen. Anfang der 1930er Jahr war Berlin europaweit die Stadt mit dem höchsten Passagieraufkommen überhaupt. In den Jahren 1936-1941 entstand das neue Flughafengebäude nach Plänen des Reichsluftfahrtarchitekten Ernst Sagebiel, das bis zur Fertigstellung des Pentagon im US-amerikanischen Arlington mit 307.000 Quadratmetern Geschossfläche das flächengrößte Gebäude der Welt war!

Nach Kriegsende befand sich der Tempelhofer Flughafen im amerikanischen Sektor Berlins und wurde gewann dort schneller wieder an Bedeutung, als den Berlinern lieb war: Während der Berlin-Blockade vom 24.6.1948 bis 12.5.1949 waren die Sektoren der drei Westmächte von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten und konnten nur aus der Luft beliefert werden. Die sogenannten „Rosinenbomber“ (alliierte Flugzeuge, die wenige Jahr zuvor noch Bomben über der Stadt abgeworfen und große Teile Berlins zerstört hatten) versorgten West-Berlin nun mit Lebensmitteln und erreichten, dass die Sowjets ihre Blockade nach knapp einem Jahr schließlich aufgeben mussten. Der Status der geteilten Stadt blieb dadurch für weitere 40 Jahre erhalten. Die Erinnerung an die Luftbrücke machte es manchen älteren Berlinern schwer, der Schließung des Flughafens Tempelhof im Oktober 2008 zuzustimmen. Doch Anwohner wissen die fluglärmfreie Umgebung zu schätzen und genießen die Wochenenden auf der enormen Grünfläche, die nunmehr „Tempelhofer Freiheit“ genannt wird. Die ehemaligen Landebahnen eignen sich hervorragend zum Fahrradfahren, beispielsweise im Rahmen der geführten Rundfahrt Fahrradtour Drittes Reich.

Wer heute in Berlin landen oder abheben möchte, kommt auch ohne BER und Tempelhof ans Ziel: Fast 30 Millionen Passagiere starten jährlich an den Flughäfen Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF) – Tendenz steigend. Von beiden Flughäfen aus ist die Innenstadt in einer halben Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Alles Wichtige zu den Berliner Flughäfen erfährt man unter Flughäfen in Berlin

Erfolgsgeschichte Tegel und Skandalgeschichte BER
Während der Zeit der alliierten Luftbrücke reichte die Kapazität des Flughafen Tempelhof nicht aus, weil mehr Landebahnen gebraucht wurden. In nur 90 Tagen (das stimmt tatsächlich – mehr Zeit war nicht nötig) wurde im Norden Berlins der Flughafen Tegel startklar gemacht und der Flugbetrieb aufgenommen. Dieser Flughafen hatte mit 2428 Metern die damals längste Landebahn Europas. In den 1960er Jahren wurde Tegel zum wichtigsten Flughafen West-Berlins und von 1965-1975 wurde nach Plänen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner das neue Flughafengebäude mit dem markanten sechseckigen Terminal gebaut. Mehr als 80 % der Berliner Flugpassagiere werden derzeit in Tegel abgefertigt.

Mitte der 2000er Jahre wurde nach und nach klar, dass Berlin nach dem zentralen Hauptbahnhof nun auch einen Zentralflughafen erhalten sollte. Gerkan, Marg und Partner zeichneten auch für diese beiden neuen Projekte verantwortlich. Der neue Flughafen sollte direkt in der Nähe des ehemaligen Ost-Berliner Flughafens Schönefeld entstehen. Der geplante Eröffnungstermin war 2011 und 2012 waren bereits die Einladungskarten zur Eröffnung gedruckt und die ersten Flugtickets verkauft worden – und der Termin musste sechs Wochen vorher abgesagt werden, weil der Bau nicht fertiggestellt war! Seitdem jagt eine Panne die nächste, die Flugrouten werden juristisch angefochten, die Brandschutzanlage und die Drehtüren, die Kabelführung, selbst kleinste bauliche Details bereiteten solche Probleme, dass kaum ein Berliner mehr an eine Eröffnung vor 2020 glaubt. Manche glauben bereits, es würde schneller gehen, Berlin abzureißen und neben einem bereits funktionierenden Flughafen wieder aufzubauen. Oder man witzelt in Anlehnung an ein Zitat von Walter Ulbricht: „Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu errichten!“ Und jeder weiß, dass Berliner alles können – außer Flughäfen und Fußball …

28.04.2017

Berlin und Flughäfen – eine unendliche Geschichte
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