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Runderneuerung einer Legende

Das Café Kranzler am Kurfürstendamm Ecke Hardenbergstraße hat wieder eröffnet. Konzept, Atmosphäre und auch der Name sind neu: Jetzt heißt es „The Barn“.

Cafe-Kranzler

By Roland Arhelger (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Alles neu am Kurfürstendamm
Großer Andrang herrschte am vorvergangenen Samstag rund um die ikonische Rotunde mit der rot-weißen Markise: Eine neue Filiale der Trend-Kaffee-Kette „The Barn“ von Ralf Rüller eröffnete in den Räumen des legendären Café Kranzler in der City West am Kurfürstendamm. Der neue Betreiber hatte bereits vor einigen Jahren weltweite Aufmerksamkeit erregt, als er den Eingang seines Cafés im kinderreichen Bezirk Prenzlauer Berg mit einem Poller versah, der Mütter mit Kinderwagen abhalten sollte. Sein Zielpublikum sah er eher bei jungen, häufig englischsprachigen Besuchern, die trendige Kaffeespezialitäten genießen möchten, ohne von Kindergeschrei gestört zu werden – „Hipstern“, wie manche sagen würden. Ähnliches schwebt ihm nun für den Kudamm vor, aber auch Mütter, Kinder und überhaupt alle sind willkommen, die sich mit ihm über die rasante Modernisierung des Kudamms freuen. Als Kaffee-Purist lehnt Rüller es ab, Milch in handgebrühten Kaffee zu geben, und auch das Kännchen Kaffee, das ältere Damen im Kranzler vormals gerne bestellten, gibt es dort jetzt nicht mehr. Statt dessen werden alle Zutaten, von der Milch über den Kaffee und das Wasser bis hin zu den Espressomaschinen detaillierten Analysen und Verbesserungen unterzogen – Kaffeegenuss als Wissenschaft. Das ist weit entfernt von dem, wofür das frühere Kranzler berühmt wurde. Doch die tolle Aussicht auf den Kudamm ist geblieben.

Das historische Kranzler Unter den Linden
Das ursprüngliche Café Kranzler befand sich Friedrichstraße Ecke Unter den Linden, wo der Wiener Bäckergeselle Johann Georg Kranzler 1925 eine Konditorei eröffnete. Durch königliche Protektion erhielt Kranzler das Recht, auch auf der Straße zu servieren – „Rampe“ wurde diese Terrasse damals genannt, die trotz baupolizeilicher Bemühungen nicht geschlossen wurde. Das gesamte Erdgeschoss und der erste Stock des Hauses wurden schließlich von den Räumlichkeiten des Cafés eingenommen. Das Kranzler war eines der ersten Cafés der Stadt, in dem Gäste von Kellnerinnen bedient wurden. Auch nachdem die Kranzler-Erben ihr Prunktstück 1911 verkauften, verlor es nicht an Beliebtheit, und in der Anfangszeit des Rundfunks berichtete der Sender „Funkstunde“ alljährlich am Silvesterabend vom Kranzler-Balkon. Eine weitere Filiale eröffnete 1932 am Kurfürstendamm in der heutigen City West.

Nachdem beide Kranzler-Häuser im Krieg zerstört wurden und die Stadt in Trümmern lag, hofften die Berliner nach der Befreiung 1945 auf bessere Zeiten. Zu einem Symbol des Wiederaufschwungs wurde das unter altem Namen 1951 eröffnete Café Kranzler am Kurfürstendamm. Es verfügte ebenfalls über eine Terrasse und schon bald gehörte es bei West-Berlinern und den Besuchern der geteilten Stadt zum guten Ton, hin und wieder das Treiben auf dem Boulevard von den Tischen auf der Straße oder in der Rotunde im ersten Stock aus zu verfolgen. Berliner und Nicht-Berliner, Prominente und Nicht-Prominente tummelten sich dort.

Auch der Standort der Kudamm-Filiale hatte eine Vorgeschichte: Dort befand sich ab 1893 mit dem „Kleinen Café“ das erste Caféhaus am Kurfürstendamm überhaupt, und von 1898 bis 1915 das legendäre Café des Westens. Viele nannten es auch „Café Größenwahn“, hier gaben sich Berühmtheiten wie Bertolt Brecht oder der Maler Max Liebermann die Klinke in die Hand und die Luft vibrierte vor Kreativität. Beispielsweise wurde das Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ dort komponiert und die Idee für Brechts „Dreigroschenoper“ geboren.

Renaissance des Berliner Westens
Nach der Wende stand die Gegend um den Kurfürstendamm zunächst im Schatten der Neubaugebiete in der Friedrichstraße und am Potsdamer Platz oder des zentraler gelegenen Alexanderplatzes. Das Café Kranzler wurde 2000 geschlossen und anschließend als Teil des Bauprojekts Neues Kranzler Eck von Helmut Jahn neu eröffnet – nur noch in der Rotunde im ersten Stock, im Erdgeschoss wird seitdem Kleidung verkauft. Doch die rasante Stadtentwicklung der letzten Jahre hat auch vor dem westlichen Stadtzentrum, das jetzt „City West“ genannt wird, nicht Halt gemacht: Mit dem Zoofenster und dem Projekt „Upper West Side“ haben zwei 120 Meter große Hochhäuser der Skyline ihren Stempel aufgedrückt, das neueröffnete „Bikini-Haus“ hat es geschafft, vom ewiggleichen Schema neugebauter Einkaufszentren abzuweichen, und zahlreiche neue Hotels und hochkarätige Einkaufsmöglichkeiten (Apple-Store, Karstadt Sport …) sind entstanden. Auf einer Stadtführung in der City West erfahren Sie mehr darüber, was sich zwischen Bahnhof Zoo und KadeWe alles Neues tut. Und können anschließend einen Café im neuen Kranzler genießen!

14. Dezember 2016

Wiedereröffnung des Café Kranzler
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